Systempartnerschaften entwickeln sich für Krankenhäuser zum zentralen Erfolgsfaktor der Zukunft. Es zeichnet sich ab, dass die Krankenhäuser in Deutschland sich immer intensiver um Systempartner bemühen werden, die ihr Know-how kontinuierlich einbringen und umfassende Prozessverantwortung übernehmen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Partner konzentrieren sich ausschließlich auf ihre Kernkompetenzen. Das verhilft zu den besten Ergebnissen bei der Realisierung komplexer Projekte und erspart Umwege und Kosten.

Fakt ist ja auch, dass die Anforderungen an die Krankenhäuser immer höher werden. Das gilt sowohl für die medizinische Kompetenz wie für die medizintechnische Ausstattung der Kliniken, die sich trotzdem innerhalb streng limitierter Budgets bewegen müssen. Um in diesem Szenario bestehen zu können, sind innovative Lösungen gefragt. Wie diese funktionieren können, zeigt das Beispiel der Alb Fils Kliniken GmbH in Göppingen und der Thüringen-Kliniken Georgius Agricola GmbH in Saalfeld.

Mit Systempartnerschaften sichern die Krankenhäuser nicht nur den hohen Stand ihrer Medizintechnik, sondern auch einen deutlichen Mehrwert aus Prozesseffizienz und Wirtschaftlichkeit. Dies gelingt, weil die Systempartner die Kliniken und ihre Mitarbeiter entscheidend entlasten, insbesondere bei den immer komplexer werdenden Sekundär- und Tertiärprozessen wie Bauplanung, IT, Logistik und Medizintechnik. Ärzte, Pflegepersonal und Krankenhausmanagement können sich voll auf ihre Kernkompetenz, die bestmögliche Medizin, konzentrieren, also die Sicherstellung einer möglichst hochwertigen Versorgung der Patienten.

Die erfolgreiche Entwicklung von Systempartnerschaften setzt voraus, dass die Industrie einen Wechsel vom Produktlieferanten zum Systempartner vollzieht. Dazu gehören zum Beispiel Angebote, die Kliniken und Krankenhäusern nicht nur ein umfassendes Paket von Medizintechnik, Updates und Wartung bieten, sondern zusätzlich eine maßgeschneiderte Finanzierungslösung umfassen. Grundlage hierfür ist eine Umorientierung des eigenen Leistungsportfolios – weg von der Konzentration auf Einzelbeschaffungen, hin zu umfangreicheren Bereitstellungsmodellen und perspektivisch auch darüber hinaus zu echter Verantwortung als Betreiber. Dieser Transformationsprozess ist dem in Göppingen und Saalfeld verantwortlichen Systempartner Siemens Healthineers bereits gelungen. Das im DKIF-Jahrbuch 2016 ausführliche beschriebene Innovationsprojekt zeigt, dass eine Systempartnerschaft immer ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess über die gesamte Laufzeit sein muss, denn Veränderungen im Bedarf wird es immer geben.

Ralf Bannwarth von den Alb Fils Kliniken sieht Systempartnerschaften als Mittel zur Effizienzsteigerung (© ALB FILS KLINIKEN).
Ralf Bannwarth von den Alb Fils Kliniken sieht Systempartnerschaften als Mittel zur Effizienzsteigerung (© ALB FILS KLINIKEN).