Die meisten Ärzte erstellen ihre Befunde als freien Text. Der Nachteil dieses Systems: Es handelst sich nicht um eine strukturierte Befundung; die Befunde sind nicht standardisiert und können somit nicht systematisch ausgewertet werden. Am Institut für Klinische Radiologie des Klinikums der Universität München, Campus Großhadern hat man einen Weg eingeschlagen, dieses zu verbessern. Hier unterstützt „Smart Radiology“ bei bestimmten Untersuchungen die Radiologen bei einer ihrer Kernaufgaben, dem Erstellen von Befunden. Die Online-Software der Smart Reporting GmbH, München, bietet hierfür spezifische Checklisten. Diese Checklisten enthalten die relevanten Punkte und Klassifikationen, die für den Befund notwendig sind. Während der Arzt die Checkliste ausfüllt, wird parallel ein vollständiger, leitliniengerechter und gut strukturierter Befundtext erzeugt, der in alle lokalen Systeme importiert werden kann. Mit einem Klick lässt sich der Befund darüber hinaus in andere Sprachen übersetzen. Damit erleichtert Smart Reporting den Ärzten die tägliche Arbeit und führt zu hochqualitativen, reproduzierbaren Befunden. Befunde werden bis heute nahezu ausschließlich als Freitext diktiert, ohne dass tiefere formale Strukturen und/oder Inhalte fest vorgeschrieben sind. Dieses führt dazu, dass Befundtexte zu ein und derselben medizinischen Fragestellung abhängig vom befundenden Arzt in Qualität, Detailgrad, Struktur und Inhalt stark unterschiedlich sind. Beschränkte Auswertbarkeit und dadurch unzureichende Qualitätssicherung sind die Folge. Der ausführliche Bericht im DKIF-Jahrbuch 2016 beschreibt wie Smart Radiology die daraus resultierenden Ineffizienzen reduziert, Kosten spart und letztendlich hilft, die Patientenversorgung zu verbessern. Die Entwicklung von Smart Radiology begann als wissenschaftliche Arbeit von Professor Dr. Wieland Sommer und Marco Armbruster, beide Mitarbeiter des Instituts für Klinische Radiologie am Klinikum der Universität München der LMU, und erhielt nach Ausgründung mehrere Förderungen und Preise, u.a. beim renommierten „Gründerwettbewerb – IKT Innovativ“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Im April 2017 konnte die Finanzierung mit einem Millionenbetrag auf ein neues Level gehoben werden (Details hier abrufbar). Dies dürfte der entgültige Durchbruch für diese Innovation sein.