Ein neues Ärztehaus in Freiburg bietet als erste Einrichtung der Gesundheitsregion Freiburg einen neuen Niedrigdosis-Computertomographen: Der SOMATOM go.All von Siemens kommt mit der niedrigen Strahlendosis einer Röntgenuntersuchung aus und verfügt über ultrakurze Untersuchungszeiten. Vor allem Kinder profitieren von dieser schonenderen CT-Untersuchung – in der Vergangenheit mussten Eltern weite Wege auf sich nehmen, um Computertomographen mit dieser Eigenschaft aufzusuchen. Die kurze Untersuchungszeit erlaubt zudem, in vielen Fällen auf die medikamentöse Ruhigstellung zu verzichten. Das Zentrum für Strahlentherapie nutzt das hochmoderne Gerät auch für gesetzlich versicherten Patienten zur präzisen Bestrahlungsplanung und ist mit dieser Anwendung die weltweit erste Einrichtung. Für die Strahlentherapie erfüllt die im CT verfügbare Komplettlösung für interdisziplinäre Bildgebung einen langgehegten Wunsch: Bildstörungen während der Bestrahlungsplanung gehören nun der Vergangenheit an. Diese sogenannten Artefakte wurden beispielsweise verursacht durch Hüftprothesen bei Patienten mit Prostatakarzinom.

Aufgrund der stetig steigenden Anzahl der Patienten mit Gelenkprothesen ist davon auszugehen, dass die Problematik der stark eingeschränkten Bildqualität durch Artefakte sich steigern wird; besonders in der die Muskulatur und das Skelett betreffenden (muskuloskelettalen) Bildgebung hat dies wichtige Konsequenzen. Während das eigentliche Untersuchungsgebiet bei einem Patienten mit einer Hüftprothese in der Bildgebung des Bauchraums vergleichsweise weit vom Metallimplantat entfernt ist, untersucht man in der muskuloskelettalen Bildgebung in der Regel die anatomische Gegend direkt im Umfeld der Prothese (beispielsweise um postoperative Komplikationen oder unklare Beschwerden abzuklären). Eine leistungsstarke Reduktion von Metallartefakten in der muskuloskelettalen Bildgebung ist damit im Vergleich zu herkömmlichen CT-Techniken durch neue Algorithmen von besonderer Bedeutung.

 

PD Dr. Christian Weißenberger (© Zentrum für Strahlentherapie)
PD Dr. Christian Weißenberger
Prof. Dr. Lorenz Jäger (© Radiologie Zentrum Freiburg)
Prof. Dr. Lorenz Jäger

Die Bildqualität zu erhöhen und die benötigte Strahlendosis zu verringern, sind seit jeher die Hauptziele der Weiterentwicklung bei der Bildgebung bei onkologischen, vaskulären, orthopädischen und neurologischen Untersuchungen. Mitentscheidend ist dabei der Detektor, der zusammen mit der Röntgenröhre die Scan-Einheit bildet. Als Bestandteil des ringförmigen Rahmens (Gantry) rotiert diese um den Patienten. Mit einer Geschwindigkeit von 0,33 Sekunden pro Rotation und der etablierten Technologie zur nahezu störungsfreien Digitalisierung der Signale lassen sich mit dem 64-Schichten-CT Somatom go.All Scanbereiche von bis zu 100 Millimetern in einer Sekunde abdecken. Auch mit dem 3-Tesla-MRT haben wir Ende 2018 bereits bundesweit im niedergelassenen Bereich erstmalig ein High-Tech MRT der neuesten Generation in Betrieb genommen. Umso mehr freuen wir uns, dass wir jetzt sogar weltweit im Bereich der Planungs-CTs die ersten Anwender sind“, so PD Dr. Christian Weißenberger, Leiter des Zentrums für Strahlentherapie. „Mit dem SOMATOM go.All können wir in Freiburg eine einzigartige Dosisreduktion in Kombination mit ultraschnellen Untersuchungen anbieten; das erhöht die Bildqualität und verbessert den Patientenkomfort“, betont Prof. Dr. Lorenz Jäger, Leiter des Radiologie Zentrums Freiburg. Damit kann die im neuen Ärztehaus untergebrachte Praxis umfassende radiologische Untersuchungen mit einer kurzfristigen Verfügbarkeit der Untersuchungsresultate anbieten.