Logistik als Querschnittfunktion innerhalb der Krankenhäusern wurde bisher stiefmütterlich behandelt und ihr Potenzial zur Kostensenkung bei gleichzeitiger Qualitätssteigerung noch nicht übergreifend erkannt. Im Zuge eines im DKIF-Jahrbuch 2016 vorgestellten Leuchtturmprojekts in einem großen deutschen Universitätsklinikum wurde von den Gesundheitslogistikern der karldischinger-Gruppe www.kd-healthcare.de eine IT-gestützte Schrankfachversorgung eingeführt, bei der die Anzahl der Prozessbeteiligten von über 10 Mitarbeitern auf einen Mitarbeiter reduziert werden konnte, der nun die Versorgung der Schränke stationsübergreifend vornimmt. Die Umstellung führte zu geringeren Bestellkosten und zu einer Reduzierung der verantwortlichen Personen und damit einer Komplexitätsminimierung. Klares, definiertes Ziel war von Anfang an, die Mitarbeiter auf den Stationen von pflegefremden Tätigkeiten zu entlasten, um ihnen mehr Zeit für die Pflege am Patienten zur Verfügung zu stellen.

In einem zweiten Projekt wurden die Logistikprozesse aufwändig stationsindividuell aufbereitet, um ein Kennzahlenwerk zu entwickeln und feststellen zu können, welche zusätzlichen logistischen Sonder- und Servicetätigkeiten von Stationsmitarbeitern durchgeführt werden. Diese Erkenntnisse sollen zu einem späteren Zeitpunkt dazu dienen, die identifizierten Unterstützungsprozesse zentral und stationsübergreifend von einer Logistikabteilung als Servicedienstleistung vornehmen zu lassen. In Kombination mit einem IT-gestützten Auftragssystem, das von allen Stationen bedient werden kann, wird man dem ursprünglichen Ziel, die Pflegezeit am Patienten zu maximieren, wieder einen Schritt näher kommen.

Klar ist, dass die Krankenhauslogistik in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird und das nicht nur aus Kostengründen, sondern viel mehr als Wettbewerbsvorteil auf qualitativer Ebene. In Zeiten, in denen der Patient zunehmend selbst für die Wahl des Krankenhauses verantwortlich ist, sind qualitative Aspekte wichtiger als jemals zuvor.

Karlkristian Dischinger und Karlhubert Dischinger (© karldischinger-Gruppe)
Karlkristian Dischinger und Karlhubert Dischinger (© karldischinger-Gruppe)