Die Planung und Realisierung einer innovativen Endoskopielösung war eine besondere Herausforderung beim Aufbau der Klinik für Pneumologie im RKK Klinikum Freiburg: Es sollte eine optimale Einheit auf technisch sowie hygienisch aktuellem Stand entstehen, um die komplette Abdeckung der diagnostischen Bandbreite der Endoskopie zu gewährleisten. Es galt bei minimalen räumlichen Möglichkeiten eine größtmögliche Mobilität im Rahmen der interventionellen Arbeit zu realisieren. Die Herausforderung bestand vor allem darin, den angedachten Interventionsraum mit lediglich 27 Quadratmeter, optimal zu nutzen. Optimal heißt hier, dass das Raumkonzept den Anforderungen unterschiedlicher Eingriffe, darunter auch größere Eingriffe unter Narkose in Zusammenarbeit mit der Abteilung Anästhesie, ermöglicht. Um den aktuellen hygienischen Anforderungen gerecht zu werden, war eine direkt angebundene Aufbereitung mit gesondertem unreinen und reinem Bereich sowie einer fallbezogenen Hygienedokumentation die Idealvorstellung. Durch direkte Verbindung von vier ursprünglich getrennten Arbeitsräumen entstand eine Einheit, die strukturell die gesamten Untersuchungs-, Überwachungs- und Aufbereitungsabläufe zusammenführt. Die räumliche Planung erlaubt somit einen optimalen und vor allem effizienten Workflow. So sind bei laufender Intervention gleichzeitig eine Vorbereitung des nächsten Eingriffs und eine postinterventionelle Überwachung möglich. Zusätzlich wurden die Türen in ihrer Breite erweitert, sodass jeder einzelne Raum für Patientenbetten vom Flur aus befahrbar ist.

Vor allem die Gestaltung eines einzigen Endoskopieturms war nur mit Unterstützung und enger Zusammenarbeit mit der Firma Olympus realisierbar. Durch die Integration aller Geräte auf einem mobilen Endoskopieturm sind auch diagnostische und therapeutische Eingriffe außerhalb der Endoskopieeinheit möglich, so z.B. auf der Intensivstation oder auch im OP. Unreine Endoskope gelangen vom Untersuchungsraum über eine Schleuse in die direkt angrenzende Aufbereitung. Hier werden die manuelle Bürstenreinigung und der Dichtigkeitstest durchgeführt. Im Anschluss erfolgt die eigentliche Aufbereitung im Reinigungs- und Desinfektionsautomaten (Olympus ETD4) mit fallbezogener Dokumentation. Anschließend verbleibt das Endoskop in einer eigens konstruierten Durchreiche, der sogenannten reinen Schleuse. Diese ist so gestaltet, dass die Endoskope an ausziehbaren Hängevorrichtungen bis zur nächsten Intervention verbleiben und dann bei Bedarf direkt vom Untersuchungsraum aus entnommen werden können. Somit ist eine Kreuzung der Wege von reinen und unreinen Geräten ausgeschlossen. Der Zugriff auf die Patientendaten sowie auf das Radiologieinformationssystem wurde mittels eines sogenannten All-in-one-Computers gelöst. Zur Betrachtung analoger Röntgenbilder steht ein klassischer Röntgendemonstrationsschirm zur Verfügung.

Der ausgiebige Bericht im DKIF-Jahrbuch 2016 zeigt, wie es im Schulterschluss mit der Industrie gelungen ist, unter Berücksichtigung einer optimalen Raumausnutzung und einer größtmöglichen Mobilität eine individuelle Lösung gefunden werden konnte, die den Anforderungen an eine moderne Endoskopieeinheit gerecht wird.

Interventionsraum mit vollständiger Ausstattung © Stefan Sonntag
Interventionsraum mit vollständiger Ausstattung
© Stefan Sonntag